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Mein Geburtsbericht – Natürliche Geburt mit Einleitung Teil 2

by Judith P.
Geburtsbericht Spontangeburt nach Kaiserschnitt - Vaginale Geburt - Natürliche Geburt nach Einleitung - Meine Traumgeburt | https://youdid.blog

Im 2. Teil meines Geburtsberichtes geht es um die natürliche Geburt mit Einleitung. Denn trotz Blasensprung wollte die Geburt nicht so richtig starten.

Der Bericht ist sehr lang und ausführlich geworden, daher habe ich ihn auf 4 Teile aufgeteilt.

Teil 1 – Der filmreife Blasensprung
Teil 2 – Einleitung und Wassergeburt?
Teil 3 – Und plötzlich geht alles zu schnell
Teil 4 – Natürliche Geburt, Sturzgeburt und Kaiserschnitt (Gedanken und Fazit) 

Der Geburtsbericht von No. 2 ist wohl mein persönlichster und intimster Blogbeitrag ever und ich habe lange überlegt, ob ich ihn online stellen soll. Aber weil ich selbst so gerne Geburtsberichte lese, dachte ich mir, ich erzähle auch mal von meiner zweiten Geburt.

Ausnahmsweise ist der Artikel sehr bilderlos, denn ich habe im Krankenhaus kaum Bilder gemacht. Und auch die, die der Herzensmann gemacht hat, sind jetzt nicht der Burner. Aber sie sind einfach echt. Wobei ich sie stark bearbeitet habe, denn Beauty war an dem Tag nicht mehr so angesagt.

Eine Geburt mit Einleitung

Inzwischen war es Freitag geworden ein Tag nach dem Blasensprung. Viel hatte sich nicht getan, außer dass ich nachts um 1 Uhr Wehen bekommen hatte und deshalb nur 2 Stunden geschlafen hatte. Immerhin sah es endlich danach aus, dass es losgeht. Mit Hilfe einer Einleitung wurde aber etwas nachgeholfen.

Nach dem Frühstück kam um 8 Uhr wie vereinbart eine nette Hebamme von der Frühschicht und verabreichte mir die erste Dosis Gel an den Muttermund.

Einleitungstabletten durfte ich nicht nutzen, da diese wohl einen starken Wehensturm auslösen können und das wäre gefährlich wegen der Kaiserschnittnarbe. Und ein Wehentropf hätte wohl erst Sinn gemacht, wenn der Muttermund schon ansatzweise offen und geburtsreif gewesen wäre. Aber das war er leider noch immer nicht.

Nachdem das Gel gelegt wurde, musste ich dann 2 Stunden am CTG liegen.

Bis Mittags hat sich ansonsten nicht viel getan. Wir sind nochmal eine ganz große Runde spazieren gegangen. Aber die Wehen wurde eher seltener, dafür etwas stärker und ich musste während den Wehen stehen bleiben und konnte auch nicht mehr so gut reden. Doch das reichte bei weitem noch nicht.

Vor dem Mittagessen kam die Hebamme und es gab mal wieder ein CTG. Dann bot sie mir einen Einlauf an, um die Geburt eventuell so auch noch etwas anzustoßen. Ich stimmte zu. Dachte mir, dass es bestimmt auch gut ist, nach der Geburt nicht so schnell wieder zu müssen und hatte das beim Kaiserschnitt damals auch gut gefunden.

Dann schlug sie uns tatsächlich sogar noch vor Sex zu haben. HALLO? Meint die das ernst?!? Nach Blasensprung, in einem 80cm breiten Krankenhausbett und ohne Türschlüssel?

Das war also auch keine Alternative. Aber damit dennoch etwas Oxytocin ausgeschüttet wird, haben wir uns zum Mittagsschlaf zusammen in das 80cm breite Bett gekuschelt.

Um 2 kam dann meine Lieblingshebamme U. und es sollte die nächste Dosis Gel geben. Ich hatte ja irgendwie das Gefühl, dass sich seit morgens nicht wirklich was getan hatte. Sie fragte mich dann ob sie nochmal die normale oder die doppelte Dosis geben sollte.

Woher sollte ich das denn wissen? Sie schlug deshalb vor, dass sie mich zunächst untersucht und wenn sich schon was getan hatte, dann würde sie nur 1 Einheit legen, ansonsten 2.

Der Muttermund war dann doch schon 2-3cm offen. Also legte sie nur eine Einheit. Und ich bin ihr heute noch so unendlich dankbar dafür. Später dazu mehr.

Wieder gab es Antibotikum und wieder 2 Stunden CTG. Bist du auch schon so genervt vom CTG schreiben? Keine Sorge, das wird noch schlimmer.

Es geht los

Die Wehen wurden nun regelmäßiger und stärker. Laut Geburtsprotokoll der Hebamme hatte ich nun eine unregelmässige mittelkräftige Wehentätigkeit. Bisher war aber alles total aushaltbar. In den Wehenpausen hatten der Herzensmann und ich noch viel Zeit zu reden und zu lachen.

Nachdem CTG kam U. und fragte, ob ich Duschen möchte. Ich bin dann um ca. 17 Uhr duschen gegangen und es war so herrlich, dass ich dachte: „Hier bleibe ich für immer.“

Der Herzensmann sah das allerdings nicht so. Er saß neben der Dusche und fing langsam an sich zu langweilen. „Was soll ich denn hier, ich kann ja doch nicht helfen? Kann ich nicht nochmal nach Hause fahren?“

Und ein bisschen konnte ich ihn auch verstehen. Inzwischen war ich auch schon etwas genervt so lange im Krankenhaus rumzuhocken. Bis jetzt hätte ich die Wehen auch super zu Hause managen können. Aber wegen dem Blasensprung ging das ja nicht.

Ich habe auch immer gedacht, das Baby wird 48 Stunden nach Blasensprung per Kaiserschnitt geholt. Da ich so ungern einen Kaiserschnitt wollte, habe ich der Einleitung zugestimmt. Doch nachdem mit der Einleitung begonnen worden war, fragte ich, wann man unsere Maus denn per Kaiserschnitt holen würde. Da bekam ich die Antwort, dass ich in diesem Krankenhaus bis zu 3 Tage hätte warten können.

Toll hätte ich das gewusst, hätte ich noch länger auf einen natürlichen Verlauf bestanden und die langweilige Wartezeit liebend gern in Kauf genommen. Denn bis jetzt hatte ich auch noch kaum Schmerzen. Das einzige was geschmerzt hatte, war das Legen des Zugangs.

Umzug in den Kreissaal

Nach dem Duschen riet uns U. nochmal spazieren zu gehen. Aber die Wehen waren inzwischen so stark, dass ich mich nicht mehr nach draußen traute. Ich hatte irgendwie Angst mich zu weit vom Kreißsaal zu entfernen.

Ich wollte deshalb einfach nur im Gang vor den Kreissälen spazieren gehen. Da schlug U. mir vor auf einen Pezziball zu sitzen und brachte uns einen Ball.

Nicht lange nachdem die Hebamme den Ball gebracht hatte (gut dass wir nicht mehr rausgegangen sind), wurden die Wehen dann so stark, dass ich immer lauter ausatmen musste. Die Tür war nur angelehnt und so kam U. wieder herein, als ich gerade dabei war eine Wehe zu veratmen.

U. war ein wenig älter und wohl auch sehr erfahren. Denn sie meinte sofort: „Hey das hört sich gut an. Ich höre du bist unter der Geburt. Wir ziehen dann mal in den Kreißsaal um.“

Da war es 18:20 Uhr und ich war froh. Denn ich hatte mir so gewünscht mit U. die Geburt zu erleben. Ich hatte ja nun alle 4 Hebammen aus den 4 Schichten kennengelernt und sie war mir die Liebste.

Sie wollte uns dann zunächst in so einen ganz kleinen Kreißsaal bringen. Dieser hatte aber leider keine Wanne und nachdem ich ihr erzählt hatte, dass die Dusche so gut getan hat, organisierte sie uns erstmal den schönsten und größten Kreißsaal und liess gleich Wasser in die Wanne ein.

Im Kreißsaal sollte, wer hätte es geahnt, wieder CTG geschrieben werden. Immerhin hatte ich jetzt ein mobiles CTG ohne Kabel, sodass ich auch im Zimmer umherlaufen konnte. Trotzdem sollte ich mich erstmal ins Bett legen, bis die Wanne voll ist.

Im Bett taten die Wehen allerdings ziemlich weh und die Pausen wurden ganz kurz. Da war es vorbei mit dem leise und gemütlich atmen.

Außerdem verspürte ich plötzlich ein Brennen an der Kaiserschnittnarbe. Da der Schmerz aber nur aussen war, stellte es wohl kein Problem dar. Innen wäre es wohl schlimmer gewesen.

Um 18:50 untersuchte sie mich noch mal und der Muttermund war inzwischen bei 6cm.

Wassergeburt?

18:56 Uhr: Endlich ging es in die Wanne und das war wirklich eine Erlösung. Fast 2 Stunden war ich in der Wanne. Die Wehen hatten nun regelmäßige Abstände von ca. 4 Minuten. Aber in den Pausen konnte ich mich sehr gut erholen und wir hörten Musik. Teilweise habe ich sogar mitgesungen. Und ich habe mich gefreut, dass ich mir noch eine Woche vorher eine Pediküre gegönnt hatte. So konnte ich die ganze Zeit meine hübschen Füße bewundern.

Meine Haare waren noch nass vom Duschen. Denn ans Föhnen hatte ich irgendwie nicht mehr gedacht. Ich bat den Herzensmann mir wenigstens die Haare etwas zu kämmen.

Weil es mir in der Wanne so gut ging, überlegte ich, eine Wassergeburt zu haben.

Um 20:05 habe ich dann mal für 10 Minuten die Position in den Kniestand gewechselt. Aber mein Rücken war dann nicht mehr bedeckt und das nasse Tshirt auf meinem Rücken kühlte schnell ab.

Leider bekam ich auch leichtes Kopfweh. Als ich das äußerte holte U. das Fieberthermometer

Sie maß im Ohr die Temperatur. „Das Fieberthermometer scheint kaputt, ich messe nochmal.“ Sie maß nochmal und plötzlich wurde die bisher absolut ruhige U. etwas hektisch. Sie rannte zum CTG Gerät und studierte die mittlerweile gefühlt 2km lange Papierschlange.

Fieber

Laut Thermometer hatte ich 40,7 Grad.

Am Tag davor wurde mir erklärt, es müsse so oft Temperatur gemessen werden und CTG geschrieben werden, damit man weiss, ob wegen der geplatzten Fruchtblase eine Infektion vorliegt. Zunächst werden wohl die Herztöne vom Baby schlechter und wenn ich Fieber bekomme, dann ist wirklich eine Infektion in Gange und dann muss ganz schnell gehandelt werden.

Meine Hebamme U. lief also aus dem Zimmer und rief dabei: „Die Herztöne sind komischerweise ok, aber ich schaue nochmal schnell nach den Entzündungswerten von der letzten Blutabnahme, weil das Fieber ist kein gutes Zeichen.“

Dies war fast der schlimmste Moment der Geburt. Plötzlich sah ich den Notkaiserschnitt schon vor mir. Mir schossen die Tränen in die Augen und ich sah den Herzensmann verzweifelt an. Auch sein: „Alles wird gut“, konnte nun nicht mehr helfen.

Ich hatte jetzt so lange gekämpft und dann sollte doch wieder der Kaiserschnitt folgen. Ich war so traurig.

Dann kam U. wieder und erklärte, dass meine Entzündungswerte total super wären und die Herztöne vom Baby auch. Bis auf das Fieber deutete also absolut nichts auf eine Entzündung hin.

Und dann sagte sie den wunderschönen Satz: „Wir tun jetzt einfach mal so, als hätte ich nicht Fieber gemessen.“

Wir vermuteten, dass es eventuell an dem heissen Wasser lag. Dass ich dadurch vielleicht so aufgeheizt war. Aber eigentlich war diese Erklärung unlogisch, da mir ja kurz vor dem Fiebermessen durch das kalte nasse Tshirt auf meinem Rücken eher kalt gewesen war. Was es mit dem Fieber auf sich hatte, später mehr dazu.

Ich wäre vermutlich noch länger in der Wanne geblieben, aber irgendwann fühlte ich mich kreislauftechnisch nicht mehr so wohl und musste deshalb aus der Wanne raus. Leider.

Ich hätte gerne eine Wassergeburt gehabt. Um 20:40 Uhr saß ich dann wieder auf einem Ball und habe mich am Kreisbett abgestützt.

Bis hierhin muss ich sagen, waren die Wehen sehr gut aushaltbar. Bis ca. 17 Uhr wäre ich wohl auch noch zu Hause geblieben und bis auf die Wehen im liegen, hatte ich auch bisher kaum Schmerzen gehabt.

Aber jetzt aus dem Wasser raus, merkte ich erst wie intensiv die Wehen inzwischen waren und jetzt waren sie auch ziemlich schmerzhaft. Nach einem ganzen Tag Wehen war ich nun doch sehr müde und kam an meinen mentalen Tiefpunkt. (Teil 3)

Der vierte Teil folgt bald. Wenn du ihn nicht verpassen willst, folge mir doch auf Instagram oder Facebook.

Dein Geburtsbericht

Hast du auch eine schöne Geburt erlebt? Dann her mit deinem Geburtsbericht. Ob Kaiserschnitt oder spontan ist total egal.
Ich möchte gerne einen Artikel schreiben und die schönsten Geburtsberichte verlinken. Wenn du also einen schönen Geburtsbericht auf deinem Blog hast, darfst du ihn gern in den Kommentaren verlinken.

Wenn Du keinen Blog hast, können wir gern darüber sprechen, ob ich deine Story hier als Gastartikel veröffentliche.

Geburtsbericht Spontangeburt nach Kaiserschnitt - Vaginale Geburt - Natürliche Geburt nach Einleitung - Meine Traumgeburt | https://youdid.blog

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2 comments

Kristina Dinges 9. November 2017 - 22:00

Was für ein spannender Geburtsbericht- Und wie dreist das die Hebamme euch nahelegt hat miteinander zu schlafen. Fände ich auch sehr befremdlich. Bei meiner mehr oder weniger natürlichen Geburt, war ich schon bereit für den Kaiserschnitt, nur das Köfpchen des Kindes hat es nicht zugelassen den Katheter zu legen 🙂

Mein Geburtsbericht: http://www.kdsecret.com/mein-geburtsbericht/

Falls du Lust hast schau doch gerne auf meinem Blog und auf Instagram vorbei 🙂

Reply
Judith P. 19. November 2017 - 16:41

Hallo Kristina,
hehe, wir fanden das eher witzig.
Dein Bericht ist aber auch super. Eine total crazige geschichte. Die kommt auf jeden Fall auf meine Liste mit schönen Geburtsberichten und vielleicht sollte ich den Titel um witzige ergänzen.
LG
Judith

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