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10 Mama-Tipps für das schönste erste Jahr

by Judith P.
Mama-Tipps fuers erste Jahr als Mama | https://youdid.blog

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Happy Birthday Babygirl. 1. Geburtstag. Ein Jahr als Mama. Das schönste Jahr überhaupt. Ein Jahr das alles veränderte. Und hier kommen meine 10 Mama-Tipps für das schönste erste Jahr als Mama.

Ein bewegender Geburtstag

Vor kurzem haben wir den 1. Geburtstag von unserem Baby gefeiert, das nun gar kein Baby mehr ist, sondern ein Kleinkind. Wie bei uns Erwachsenen ist dieser Tag ja eigentlich ein Tag wieder jeder andere. Aber noch nie hat mich ein Geburtstag so sehr emotional bewegt wie der 1. Geburtstag unserer Tochter. Nicht mal mein 18. Geburtstag war nur ansatzweise so bewegend.

Am 8. Januar jährte sich das großartigste Ereignis meines ganzen bisherigen Lebens. Das beste was ich je in meinem Leben zustande gebracht habe, war diesem wunderbaren Menschen Leben zu schenken. Es war natürlich kein leichter Tag und auch nicht der glücklichste Tag. Aber doch der lebensverändernste Tag.

Ich hatte mir vor der Geburt zum Glück relativ wenige Gedanken zu dem ganzen Danach gemacht und doch wurde aus meinen Vorstellungen ganz plötzlich das reale Mama sein. Aus einem Menschen wurden plötzlich zwei. Plötzlich war ich nicht mehr allein.

Keine Sorge, ich bin super glücklich verheiratet aber wenn man mit einem erwachsenen Menschen zusammen ist, dann ist man doch irgendwie „allein“ und unabhängig. Jeder bewältigt seinen Alltag für sich und im Grunde kann ich tun und lassen was ich will. Auch das Leben vom Herzensmann hängt nicht wirklich von mir ab.

Dieser kleine Mensch hingegen ist 24 Stunden non stop auf mich angewiesen. Innerhalb weniger Stunden vermutlich würde er verhungern. Plötzlich hat man die volle Verantwortung für einen anderen Menschen. Das war für mich die größte Veränderung, die das Kinder kriegen mit sich bringt.

Ansonsten hat sich nicht so viel verändert, wie ich gedacht hätte und ich finde das Leben mit Kind auch viel schöner, spannender, entspannter und einfacher, als ich erwartet habe. Häufig wird einem ja suggeriert, dass mit der Geburt alles andere zweitrangig wird und sich das Leben, nein die ganze Welt, nur noch um diesen kleinen Menschen dreht.

Ja ein bisschen ist das so und das ist auch richtig und schön so. Aber das sollte nicht alles sein im ersten Jahr als Mama. Ich kenne einfach zu viele Freundinnen, denen genau aus diesem Grund schnell die Decke auf den Kopf fällt und das Kind sie gleichzeitig über- und unterfordert.

Das wollte ich nicht und deshalb habe ich wohl einige Dinge anders gemacht als andere Mamis. Hier kommen deshalb meine 10 Mama-Tipps für das schönste erste Jahr als Mama

10 Mama-Tipps für das schönste erste Jahr als Mama

Schon in der Schwangerschaft kriegt man ja allerhand Tipps von allen Seiten, gefragt oder ungefragt. Jede Frau, die bereits Mama geworden ist, egal ob vor 40 Jahren oder ganz frisch, hat ihre Tipps. Einige davon fand ich wirklich sinnvoll, ein paar aber auch totalen Quatsch.

Zum Beispiel „Schlafe wenn dein Baby schläft“. Nachts habe ich das gemacht. Aber tagsüber war spätestens nach der Elternzeit vom Papa Schluss damit. Denn ich koche dann auch, wenn mein Baby kocht und putze, wenn mein Baby putzt oder wie?

„Vorschlafen in der Schwangerschaft“, noch so ein Witz. Ab dem 5. Schwangerschaftsmonat habe ich keine einzige Nacht mehr gut geschweige denn durchgeschlafen. Dank Symphysenschmerzen und anderer Wehwehchen war da nicht viel mit vorschlafen. Richtig gut schlafen konnte ich erst nach der Geburt wieder.

„Lass den Haushalt links liegen“. Sag das mal einem Perfektionisten und Ordnungsliebhaber. Außerdem hatten wir eine Woche nach der Geburt für 3 Wochen durchgängig Übernachtungsbesuch und dann ging auch noch die Spülmaschine kaputt. Unsere Gäste hätten also nicht mal Teller zum Essen gehabt, hätte ich den Haushalt liegen gelassen.

Du siehst, einige Tipps haben einfach nicht zu uns gepasst. Ein paar Tipps haben mir aber sehr wohl geholfen in den ersten Monaten. Auch meine Tipps sind natürlich nicht allgemeingültig. Aber vielleicht hilft der eine oder andere Tipp dir ja doch weiter.

1. Höre auf deinen Mama Instinkt oder auch Papa Instinkt

Die meisten Frauen lesen schon während der Schwangerschaft und auch danach, viel zu viel in Ratgebern und Internetforen. Beides nicht gut.

Ratgeber und Bücher sind oft von Ärzten oder anderen Experten geschrieben, die Geld damit verdienen, dass sie dir Dinge wie Atemüberprüfungsmatten, die besten Babyfläschen oder ökologische Windeln verkaufen sollen.

In Internetforen wird es dann noch schlimmer. Hier spricht nämlich Expertin Mutti und in vielen Fällen auch Expertin Übermutti. Da wir dann aus einem harmlosen tränenden Auge schnell eine Hirnhautentzündung und ein Kindersitz für unter 800 Euro fliegt sowieso bei jedem Unfall aus dem Auto.

Dein Bauchgefühlt sagt dir vielleicht, dass ein bisschen Durchfall ganz normal ist und auch die Hebamme sagt, das kommt vor. Doch Übermutti 1 und 2 haben dich so verunsichert, dass du nun Stammkunde bei Kinderarzt wirst.

Bitte lass dich nicht so verunsichern. Wenn dir dein Bauchgefühl etwas anderes sagt, als im Ratgeber steht oder die Freundin aus der Krabbelgruppe erzählt hat, dann hör auf dein Bauchgefühl. Mamas und Papas wissen in der Regel, was für ihr Kind am besten ist. Und wenn du mal etwas nicht weisst, frag doch als erstes deine Hebamme und nicht Tante Google.

2. Das Baby ist nicht alles, dich gibt es auch noch

Unglaublich für junge Mütter, aber unser Sonnensystem dreht sich tatsächlich nicht um dein Kind. Das heisst du bist neben Mama auch noch Frau, Geliebte, Lady, vielleicht sogar Sportskanone oder Nähkönigin. Das musst du und solltest du nicht alles aufgeben fürs Mama sein.

Der häufigste Fehler, den ich so bei Freunden beobachte habe: Plötzlich dreht sich alles nur noch ums Baby. Um 19 Uhr muss der Besuch gehen, denn das Kind muss ins Bett. Die Eltern gehen gleich mit, denn das Kind ist ja ab 4 Uhr wieder wach und braucht seine Milch…

Ja das Leben ändert sich und ja vielleicht hat man auch etwas weniger Schlaf als vorher. Das Baby braucht viel Zeit und Aufmerksamkeit. Aber ich bin auch nach einem Jahr als Mama immer noch der Meinung, dass wir Eltern den größeren Einfluss auf unsere Kinder haben und auch haben sollten und nicht umgedreht. Du musst dir von einem Säugling nicht deinen kompletten Tagesablauf dirigieren lassen.

Natürlich kann man sein Kind nicht zwingen von 19 bis 8 Uhr zu schlafen. Aber es ist dennoch gut, wenn man seine eigenen Bedürfnisse noch wahrnimmt und diese dem Kind auch mitteilt.

Wie das funktionieren kann, erklärt Jesper Juul in seinem Buch Nein aus Liebe*. Das Buch ist eine ganz ganz tolle Buchempfehlung. Und wenn du, wie ich, keine Zeit zum Lesen hast, dann hol dir das Hörbuch.

Natürlich werden einige Dinge anders laufen, als ohne Kind, und man muss viel Rücksicht nehmen auf dieses kleine Lebewesen. Aber ich finde es genauso wichtig, auch die eigenen Bedürfnisse nicht komplett unter den Teppich zu kehren. Denn eine völlig übermüdete Mutter hilft dem Kind auch nicht. Achte also auch auf dich selbst und kümmere dich auch mal ein bisschen um dich oder auch um den Papa. Der ist nämlich neben Papa auch noch ganz nebenbei dein geliebter Partner.

3. Such dir einen Ausgleich

Abstand zum Baby ist für viele Mamas auch ein ganz wichtiger Tipp. Such dir ein Hobby ohne dein Baby. Das kann Sport sein, ein regelmässiges Treffen mit einer Freundin, die noch kein Baby hat, oder du lernst ein Musikinstrument. Vermutlich muss der Termin abends sein, damit Papa aufpassen kann. Aber auch das ist eine gute Sache. Hauptsache du bist mal weg vom Baby. Dann hat dein Baby außerdem exklusive Papazeit und wird nicht so abhängig von dir, dass es ohne dich nicht mehr leben will.

4. Such dir eine bequeme Position zum Stillen

Bei uns hat das Stillen von Anfang an eigentlich super geklappt und daher dachte ich, mich betreffen die ganzen Tipps, die man so im Geburtsvorbereitungskurs lernt, gar nicht. Doch wenn man solange fast unbeweglich still sitzt, macht sich eine verkrampfte Position recht schnell bemerkbar. Noch bevor ich große Rückenprobleme bekam, hat zum Glück meine Hebamme eingegriffen und mir einen Fussschemel gebaut. Jetzt weiss ich endlich wozu diese niedrigen kleinen Hocker aus alten Zeiten wirklich gut sind.

Ein gutes Stillkissen hatte ich bereits vor der Geburt und das war einfach nur Gold wert. Schon in der Schwangerschaft hätte ich ab dem 5. Monat quasi gar nicht mehr ohne schlafen können und zum Stillen war es auch unverzichtbar. Ganz nebenbei kann man es auch noch super als Schlafmulde formen, sodass unsere Tochter anfangs oft gemütlich auf dem Sofa geschlafen hat.

5. Klammere dich nicht zu fest an deine Pläne

Pläne sind zum Umschmeissen da. Obwohl ich total der Planungsmensch bin und bei mir spätestens am 1. Januar das ganze Jahr inklusive jedem Mittagessen durchgeplant wird, hatten wir uns, was unsere Tochter angeht, erstaunlich wenig Pläne gemacht.

Natürlich hatten wir schon ein paar Ideen, wie wir geben keinen Schnuller, benutzen keine Feuchttücher und die Beikost wird nur selbst gekocht. Aber manches ist dann einfach nicht praktisch, zu teuer oder zu anstrengend. Feuchttücher wurden nach wenigen Wochen eingeführt, weil ich das mit dem Waschlappen in der Waschschüssel einfach eklig fand.

Den Schnuller gabs dann als plötzlich der Daumen entdeckt wurde. Daumennuckeln wollten wir nämlich noch viel weniger als Schnuller. Und Beikost kochen gehört auch immer noch nicht zu meinen Hobbies. Also gibts auch manchmal Glässchen.

Natürlich gab es auch ein paar Pläne, die wir ganz gut umgesetzt haben. Zum Beispiel unsere Tochter schläft nicht in unserem Bett und wird erstmal nur gestillt. Nach 4 Monaten im Beistellbett hat unsere Tochter sogar schon in ihrem Zimmer geschlafen und die erste Fertigmilch hat sie tatsächlich erst mit fast einem Jahr bekommen, als ich sie abgestillt habe.

Aber bitte seid nicht traurig, wenn einige Pläne sich nicht so erfüllen, wie ihr euch das vorstellt. Ein Kind erfordert sehr viel Spontanität. Da du ja nie weisst wie die Nacht wird und wie dementsprechend alle am nächsten Tag drauf sind, versuche nicht zu viele feste Termine und Pläne zu machen.

6. Das leidige Thema Schlafen / Durchschlafen / Einschlafen

Auch zum Thema Schlafen kriegt man ja mega viele Tipps. Gebraucht haben wir davon eigentlich keinen. Bei uns hat dieses Thema einfach unglaublich und tausend mal besser geklappt als jemals erträumt.

Leider kann ich kein Patentrezept geben, warum unsere Tochter mit 8 Wochen durchgeschlafen hat und seit sie 4 Monaten ist ohne Probleme allein in ihrem Zimmer einschläft. Demnächst werde ich mal ausführlich aufschreiben, wie wir das Thema gehandhabt haben.

Nur ganz kurz zusammengefasst: Wir haben unsere Tochter sehr früh ans alleine Schlafen gewöhnt. Sie hat von Anfang an in ihrem Beistellbett geschlafen und wir haben sie zum Einschlafen nicht rumgetragen oder geschaukelt oder sowas. Wir haben sie lediglich zum Nachtschlaf gepuckt und das hat ihr auch sehr gefallen. Inzwischen legen wir sie nach einem Abendritual wach ins Bett, ziehen ihre Spieluhr auf und sie schläft innerhalb von wenigen Minuten ein.

Vielleicht ist dein Baby aber auch ein Schreibaby oder braucht besonders viel Nähe. Dann ist es sicherlich kein guter Tipp, dein Baby zum Einschlafen einfach hinzulegen.

Ich beobachte dennoch sehr oft, dass die meisten Eltern das Nähebedürfnis ihrer Kinder überschätzen und die Fähigkeit zum Einschlafen ohne Hilfsmittel unterschätzen. Wenn es nicht nach 3 Minuten allein im Bett schläft oder gar weint, kann es halt nicht alleine einschlafen. Das klappt dann nur mit 30 Minuten schaukeln, Schlaflicht und Rauschmusik. Das all diese tollen Maßnahmen das Baby meist noch mehr aufdrehen und es meist weint, weil es schon reizüberflutet ist, glauben die wenigsten.

7. Es gibt auch unkomplizierte Kinder

Mein wichtigster Tipp: Immer erstmal vom positiven Ausgehen. Es gibt auch unkomplizierte Kinder.

Mit ein Grund, warum ich irgendwann kurz davor war alle Krabbelgruppen und Müttertreffs zu verlassen war, dass man mir ständig das Gefühl geben wollte, mein Kind ist viel zu normal / lieb / unkompliziert / wenig krank. Warum können Mütter anderen Müttern nicht einfach ein unkompliziertes Kind gönnen?

„Warte nur ab, spätestens wenn die die Zähne bekommt, ist es mit dem Durchschlafen vorbei.“ „Wenn sie erstmal Brei isst, dann hat sie jeden Tag einen Wunden Po.“…. lauter so Sätze durfte ich mir anhören.

Schon in der Schwangerschaft wollen einem viele Eltern einreden, dass man mit Kind nachts maximal 3 Stunden schläft und tagsüber dementsprechend fertig ist. Man kriegt also gar nichts mehr hin, verlässt nicht mehr das Haus und wenn das Kind zahnt, schläft man dann gar nicht mehr.

Sorry aber das ist alles Quatsch. Ja auch wir hatten mal ein paar Nächte, die echt anstrengend waren und der Tag danach nicht so schön. Aber das waren eben nur ein paar wenige und nicht alle.

Doch dank anderer Muttis habe ich mich schon fast nicht mehr getraut, positiv in die Zukunft zu schauen und zu glauben, dass mein Kind weiterhin so unkompliziert und gesund bleibt und weiterhin durchschläft auch wenn die Zähne kommen.

Deshalb möchte ich dir Hoffnung machen. Es gibt einfach auch viele positive Geschichten da draußen, die bei all dem Jammern schnell unter den Tisch fallen. Unsere Tochter hat z.B. auch ihre ersten Zähne völlig unbemerkt und ohne eine einzige schlaflose Nacht bekommen.

Dein Kind ist also nicht krank, wenn es mit 3 Monaten die ganze Nacht ohne Probleme durchschläft. Dein Kind ist auch nicht gestört, wenn es die Zähne ohne großes Tam Tam kriegt. Und nein, nicht jedes Baby ist ein Schreibaby oder hat 3-Monatskoliken.

Also ganz wichtig, wenn in diversen Foren / Krabbelgruppen /… mal wieder nur gejammert wird und dir die Mütter weiss manchen wollen, dein Kind ist total unnormal, weil es so normal ist. Dann einfach Zuhören, nicken und auf Durchzug schalten. Und immer erstmal davon ausgehen, dass sein Kind zu den wenigen vielen Ausnahmen gehört, die schnell durchschlafen / nicht dauernd krank sind / keine Allergie haben und einfach unkompliziert sind und bleiben.

8. Bin ich entspannt, ist mein Baby entspannt.

Auch nach einem Jahr als Mutter bin ich nach wie vor überzeugt, dass unser Eltern-Verhalten den größten Einfluss darauf hat, ob unser ein Kind ein Schreikind ist, nicht durchschläft oder ständig krank ist. Ja vielleicht habe ich da auch leicht reden, weil bei uns alles so einfach lief. Aber ich sehe in meinem Bekanntenkreis auch viele echt anstrengende Kinder und das passende Verhalten der Eltern dazu.

Zum Beispiel ein total überängstliche Mutter, die ständig wegen jedem bisschen zum Kinderarzt rennt. Komisch, dass ihr Kind eigentlich permanent krank ist. Oder eine Mama, die total klammert. Nicht verwunderlich, dass das Baby einen Schreikrampf kriegt, wenn es mal einen Abend mit Papa alleine ist.

Auch bei uns war nicht immer alles rosig. Und wann war unser Kind plötzlich quengelig und hat nicht mehr durchgeschlafen? Das passierte nie an einem normalen gemütlichen Tag, sondern immer dann, wenn Mama und Papa im Packstress waren oder Papa mal wieder bis spät in die Nacht arbeiten musste und Mama mal wieder gar nichts von der TODO Liste geschafft hat oder krank war. Plötzlich wie von einem Tag auf den anderen hatten wir ein anstrengendes Kind.

Inzwischen überlege ich immer zuerst, ob das anstrengende Verhalten nicht vielleicht an mir liegt. Und in der Regel tut es das. Mit dieser Erkenntnis kann ich mich dann bei meiner Tochter für mein eventuell unpassendes Verhalten entschuldigen und auch ihr Verhalten viel besser aushalten.

Natürlich gibt es auch Situationen, z.B. bei Bauchschmerzen oder Fieber, wo es dann wirklich nicht an den Eltern liegt.

Aber selbst dann gilt. Ruhe bewahren. Versuche so entspannt wie möglich zu sein. Lass dein Kind weder deine Anspannung noch deinen Stress oder deine Angst spüren. Das ist nicht immer einfach, aber es funktioniert.

9. Das leben ist überlebenswert

Auf das Thema Angst möchte ich noch einmal besonders eingehen. Ich finde es wirklich richtig schlimm, wie viel Angst inzwischen in unserer Gesellschaft herrscht. Und selbst die entspannteste und abenteuerlustigste Frau wird plötzlich super ängstlich, wenn das erste Kind da ist.

Dabei prägt besonders Angst ein Kind total negativ. Schreikind, Krankheit, nicht durschlafen, all das wird durch Angst  begünstigst. Angst ist deshalb einfach nur bääähhhh.

Es gibt nichts aber auch gar nichts gutes an Angst. Angst hindert uns. Angst lähmt uns. Angst macht psychisch krank und Angst macht physisch krank. Und nein Angst schützt uns auch nicht vor Unfällen oder sowas. Unser gesunder Verstand bewahrt uns davor vom Hochhaus zu springen.

Angst macht nur eins: das Stresslevel in unserem Körper erhöhen. Herzschlag, Schweissproduktion und Atmung verändern sich und der Hormonhaushalt ändert sich, was auf Dauer krank macht.

Und Kinder spüren das. Wir haben das bei unserer Tochter beobachtet. Selbst das zufriedenste Kind wird immer dann quengelig und anhänglich, wenn es grad gar nicht passt. Zum Beispiel wenn Mama und Papa streiten, oder wenn sie eilig durch die Wohnung flitzen, weil sie mal wieder viel zu spät dran sind.

Hier merkt das Kind, Mama und Papa sind hektisch, anders als sonst. Ich fühle mich nicht mehr so sicher.

Ja es ist leichter gesagt als getan, Unsicherheit abzulegen. Aber es hilft so enorm.

Ich habe auch mal einen Erste-Hilfe-Kurs für Babys und Kleinkinder besucht und dort hat die Leiterin etwas ganz entscheidendes gesagt. Nachdem jedes Elternteil eine Frage stellen durfte, hat man sich selbst als Teilnehmer schon gefragt, wie konnte die Menschheit bei all diesen gefährlichen Krankheiten und Unfällen, die heute so lauern, überleben.

Die Kursleiterin war ebenfalls wohl sehr erschrocken über die teils sehr verrückten Fragen. Denn sie beendete die Fragerunde schliesslich und meinte:

Als Eltern braucht man vor allem eins: Ein Vertrauen ins Leben. Nennt es Gottvertrauen oder wie auch immer. Ihr müsst als Eltern einfach glauben, dass ein Säugling es schafft, 35 Jahre alt oder sogar noch älter zu werden. Dass der Mensch das Leben überleben kann. Dass er dafür gemacht ist zu leben und nicht bei jeder erst besten Gelegenheit zu sterben.

Wer das nicht glaubt, sollte lieber keine Kinder kriegen. Denn da helfen dann auch keine Atemüberprüfungsmatten oder sonstwas.“
Harte Worte, aber ich fand sie eigentlich sehr richtig und wichtig.

Es ist z.B. wirklich erschreckend zu sehen, wie die Angst vorm plötzlichen Kindstod so viele von meinen Freundinnen echt kaputt gemacht hat. Als das Baby schon längst durchgeschlafen hat, ist die Mutter trotzdem alle 45 Minuten aufgewacht, um die Atmung zu überprüfen. Logisch, dass man dann nach ein paar Wochen als totaler Zombie rumläuft.

Also bitte liebe Mamas, macht euch nicht so viele Sorgen, Gedanke und Ängste. Die helfen nämlich keinem. Trefft Vorkehrungen für sicheren Schlaf und mehr könnt ihr nicht tun. Ausser eben glauben, dass das Leben überlebenswert ist.

Ja es gibt Kinder, die sterben am plötzlichen Kindstod und das ist wirklich schrecklich. Aber durch deine Angst wirst du das Leben deines Kindes nicht um eine einzige Sekunde verlängern können. Im Gegenteil du raubst dir und deinem Kind ganz viel Lebensfreude und Gesundheit und vielleicht kostet dich diese Angst am Ende sogar ein paar kostbare Lebensjahre.

 10. Nicht vergleichen

Eine ganz schlimme Angewohnheit von Müttern ist das Vergleichen der Kinder miteinander. Das fängt schon beim Geburtsgewicht und der Geburt an sich an und wird dann bei jedem Entwicklungsschritt schlimmer.

Das war auch eine Sache, die mich in diversen Müttergruppen tierisch genervt hat. Ich finde es total ok, wenn man Windelmarken vergleicht oder schaut, wie welche Klamottenmarke ausfällt. Aber ob ein Kind nun mit 4, 6, 8, oder 12 Monaten krabbelt sagt einfach mal gar nichts aus.

Manche „Spätkrabbler“ werden später zu Profisportlern oder haben ihre Stärken einfach eher im geistigen Bereich. Das ist doch bei Erwachsenen auch nicht anders. Der eine wird halt Bäcker, der nächste Arzt, der nächste Grafikdesigner.

Also wenn dein Kind eher zur späten Sorte gehört, mach dir bitte keinen Kopf. Wenn wirklich etwas nicht stimmt, sagt dir das der Kinderarzt und Frau Soundso vom Krabbeltreff.

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Deine Meinung

Hui, jetzt ist der Artikel doch viel länger geworden als geplant. Aber irgendwie konnte ich meine Tipps nicht einfach nur in Stichworten zusammen fassen. Ich hoffe sie helfen irgendeiner frischen Mami weiter. Wenn du bereits Mama bist, was hättest du gern im ersten Jahr anders gemacht? Welches sind deine 10 besten Mami-Tipps?

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11 comments

Mary 19. Februar 2017 - 19:20

Hallo…

Ein toller Bericht.In vielen Szenen hab ich mich wieder gefunden. Den Text hätte ich lesen sollen bevor unsere Tochter auf die Welt kam denn gerade die ersten Wochen habe auch ICH mich teilweise fast selbst in den Wahnsinn getrieben.

Liebe Grüsse

Reply
Judith P. 3. März 2017 - 10:29

Hallo Mary, danke für deinen netten Kommentar. Ja so geht es leider vielen Eltern. Wir haben gerade mehr als 20 Babys im näheren Umfeld und mehr als die Hälfte der Eltern macht sich selbst und die Kinder zum teil echt verrückt.
Dabei ist Elternsein gar nicht sooooo schwer ;).
LG
Judith

Reply
Kristina Dinges 10. Februar 2017 - 11:15

Was für ein toller Post! Irgenwie nimmt er mir die Angst davor, etwas falsch zu machen. Ich glaube zumindest auch, dass ein Kind entspannt ist, wenn man selber entspannt ist. Ich bin gerade in 20. SSW und unser Nachwuchs kommt Anfang Juli zur Welt 🙂

Liebe Grüße Kristina von KDsecret

Reply
Judith P. 10. Februar 2017 - 17:07

Hallo Kristina, das freut mich, dass mein Post dir gefallen hat. Und genau das wollte ich damit auch erreichen. Weniger Angst.
Leider wird man als Eltern viel falsch machen. Aber wenn man permanent davor Angst hat, macht man noch mehr. Das ist wie beim Auto fahren, wenn man ständig denkt, man kann es nicht. Da passieren einem auch mehr Fehler.
Ich wünsche dir für deine Schwangerschaft weiterhin alles, alles gute.
Und für das erste Jahr ganz ganz viel Entspannung.

Liebe Grüße
Judith

Reply
Katja von Feel-Good-Moments.com 10. Februar 2017 - 10:52

Was für ein toller Beitrag! Ich stimme dir da in ganz vielen Dingen zu!
Auch wenn mein Kind (ET = März) für mich der wichtigste Mensch im Leben sein wird, kann ich mir nicht vorstellen, mich selbst ganz zu vergessen. Ich brauche irgendetwas für mich, möchte auch nach einem Jahr wieder arbeiten.
Die Themen „Angst“ und „Entspannte Eltern“ sehe ich ganz ähnlich wie du – manchmal muss man die Dinge einfach laufen lassen. Ich kann mein Kind ja schließlich auch später nicht in Watte packen, deshalb muss ich in manchen Situationen einfach vertrauen und vor allem auch nicht gleich ausflippen und verzweifeln, wenn die Dinge mal nicht so laufen, wie geplant. So ist eben das Leben und so wird es wohl auch mit Kind sein.

Liebe Grüße,
Katja

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Judith P. 10. Februar 2017 - 17:11

Hallo Katja, deine Einstellung klingt total super. Ich wünsche dir eine ganz ganz tolle Restschwangerschaft und alles gute für die Geburt.
Ja man kann und sollte seine Kinder nicht in Watte packen, denn dann werden sie nie zu reifen und mündigen Erwachsenen und erstaunlicherweise sind sie auch öfter krank, wie ich in meinem gesamten Umfeld beobachtet habe.
Ich habe mir auch schon vor der Geburt vorgenommen, dass ich das alles entspannt angehen will. Und das hat dann sogar geklappt. Hoffentlich klappt es auch weiterhin, wenn die Kinder dann mal anfangen ihre eigenen Ideen und Willen durchzusetzen.

Liebe Grüße
Judith

Reply
Tanja Schneider 9. Februar 2017 - 20:05

Hallo Judith, auf der einen Seite habe ich es sehr genossen, deinen Beitrag zum glücklichen Mutter- sein zu lesen, aber auf der anderen Seite fehlt mir ein wenig die Sensibilität bei denen, wo es durch viele Ursachen doch nicht so läuft.
Am meisten hat mich der Satz getroffen, wo du geschrieben hast , das man dann halt keine Kinder bekommen sollte.
Nach drei FG durfte ich endlich mein Baby im Arm halten und ja, ich bin sehr oft in ihr Zimmer gegangen um zu sehen ob sie noch atmet. Klar war es auf der einen Seite ein Druck für mich, aber auf der anderen Seite gab es mir auch die Sicherheit die ich brauchte und erst dann konnte ich ruhig schlafen. Im übrigen liebte es meine Tochter mit ihren Schlummerliedern ein zu schlafen, die wir ihr damals auf einer MC aufnahmen.
Meine Große hat sich super entwickelt, auch wenn sie manchmal unter meiner Übervorsorglichkeit ein wenig leiden musste.
Tja und nach 22 Monaten kam dann Kind Nr. 2.
Seine Entwicklung lief total anders, wie wir sie von jüngerer Tochter gewohnt waren. In allem ein typischer Spätzünder. Nicht mal den Pinzettengriff beherrschte er und bei einer der U- Untersuchungen wurde danach gefragt. Und warum das ganze? Weil mein Sohn erst einmal Zeit brauchte, um gesund zu werden. Mit 10 Monaten bestand damals nämlich der Verdacht auf Leukämie. Das hieß , seine erste Op ?. Gott sei Dank bestätigte sich der Verdacht nicht, aber das Martyrium ging weiter, denn es ging ihm immer schlechter. Um es kurz zu machen, Joshua hatte ein Blutschwämmchen in seiner Luftröhre und bekam immer schlechter Luft, was zu Folge hatte, das er bis er ca. 2 Jahre alt war, alle paar Wochen/ Monate unter Vollnarkose bronchioskopiert wurde.
Ich möchte da mal eine gechillte Mutter Erleben, die keine Angst um ihr Kind hat.
Natürlich sage ich heute, das ich vieles hätte anders machen können oder vielleicht sogar müssen. Und ja, ich habe meinen Sohn viel z6 sehr in Watte gepackt, doch wenn einem so etwas passiert, dann schaltet da einfach dein Verstand aus. Und ja, ich geb es zu, das ich heute die Quittung dafür kassiere.
Aber zu lesen, dann lieber kein Kind zu bekommen schmerzt sehr, denn ich wuchs mit den Herausforderungen. Und Gott wusste schon, warum er ausgerechnet mir bzw.uns diesen Sohn aufs Herz legte ( zumal ich 3 Jahre bevor er geboren wurde von ihm mit Namen träumte ?) .
Ich habe kein Tip fürs glückliche Mutter- sein, aber jeder findest seinen Weg. Kinder sind alle sooooo verschieden. Es gibt einfache Babys, aber auch Babys, die besondere Pflege benötigen. Seid sensibel für die Eltern die es schwerer haben und bietet Ihnen evtl. eure Hilfe an. Auch besondere Kinder, sind super Kinder. Die einen bevorzugen das Familienbetrieb, die anderen halt nicht. Aus voller Überzeugung weiß ich, das es auch ne besondere Bindung haben kann, wenn die Kleinen in der Mitte schlafen dürfen. Unsere Tochter hat von sich aus nie so geklammert, unser Sohn kam noch bis er 6 war zu uns gekrickelt und wir als Eltern genossen es sehr. Dies legte sich um Übrigen von ganz alleine, bevor er in die Schule kam.
Wie gesagt, jeder hat seinen eigenen Fahrplan. Ob alles immer richtig lief merkt man erst, wenn die Kids groß sind. In meinem Fall 18 und 16 1/2 ?. Ups, ist nun doch länger geworden als ich wollte, aber es lag mir einfach auf dem Herzen.LG

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Judith P. 23. März 2017 - 10:31

Hallo Tanja, wir haben ja bereits persönlich geschrieben. Daher hier jetzt nur ganz kurz. Mein Artikel war eigentlich gar nicht an Mütter gerichtet, deren Kinder wirklich krank sind oder die bereits 1 oder mehrere Kinder verloren haben. Leider hast du mich da etwas falsch verstanden.
Mir ging es eher um die allgemeine Tendenz, dass obwohl man ein gesundes Kind sich ständig Sorgen macht. Internetforen, Mütter im Bekanntenkreis und in den Krabbelgruppen, Zeitschriften und Bücher sorgen inzwischen dafür, dass man überall nur noch negatives und schlimmes für sein Kind sieht. Das ein Kind sich völlig normal entwickeln kann ohne große oder kleine Krankheiten und Probleme, wird inzwischen fast völlig ausgeschlossen. Dabei sollte das erstmal die Grunderwartung jeder Mutter sein. Wenn es dann doch anders läuft, kann man sich immer noch genug Sorgen machen.
Liebe Grüße und alles gute deiner Familie

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KW 05/2017 - Nähen. Shoppen in Emden. Krank sein... | 5hearts 5. Februar 2017 - 16:49

[…] Judiths Tochter ist vor kurzem ein Jahr geworden und sie hat den Anlass genutzt und gibt uns ihre 10 Tipps für ein schönes erstes Jahr als Mama. Man liest an vielen Stellen ja von den ganzen anstrengenden und schwierigen Dingen des Mutterseins – daher finde ich Judiths Tipps angenehm positiv und hoffe, dass wir einiges davon umsetzen können. 10 Mama-Tipps für das schönste erste Jahr […]

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Elisabeth Höfer 2. Februar 2017 - 12:08

Hallo Judith, habe doch tatsächlich geschafft, diesen ganzen Artikel bis zum Ende durchzulesen. Schön dass Du das Muttersein doch so entspannt sehen kannst.
Liebe Grüße
Mama

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Judith P. 23. März 2017 - 10:34

Na dazu hast du sicherlich einen ganz großen Teil beigetragen. Deine Ruhe und Entspanntheit hat wohl doch ein bisschen auf mich abgefärbt.
Danke dafür.

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